Pressemitteilungen 2006

Herbert Enders verabschiedet
LPV würdigt den «Heeremann des Rheingau-Taunus-Kreises»

Bad Schwalbach 19.04.2006
Verabschiedung Enders In einer kleinen Feierstunde wurde anlässlich der letzten Vorstandssitzung des Landschaftspflegeverbandes Rheingau-Taunus e.V. (LPV) das langjährige Vorstandsmitglied Herbert Enders verabschiedet. Enders war als Kreislandwirt anderthalb Jahrzehnte als stellvertretender Vorsitzender des LPV tätig und überdies als eines der Gründungsmitglieder tatkräftig am Aufbau des Verbandes beteiligt.
Der Vorsitzende des LPV, Helmut Schumann, würdigte Herbert Enders als stets verlässlichen Partner, der seine Interessenwahrnehmung im LPV immer in den Gesamtkontext der Landschaftspflege gestellt habe. Er dankte Enders für die angenehme und stets menschlich einwandfreie Zusammenarbeit während der vergangenen 15 Jahre und überreichte einen Präsentkorb. Die im LPV vertretenen Naturschutzverbände bedankten sich bei Enders mit einem Buchpräsent.
Herbert Enders blickte abschließend noch einmal zurück auf die vergangenen 15 Jahre im LPV. Es sei ihm besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass für ihn der beste Verwaltungsweg das Miteinander-Reden ist – so wie es im LPV seit der Gründung vorgemacht werde. Er bedankte sich für die jederzeitige Kameradschaft und gab dem LPV mit auf den Weg, weiterhin erfolgreich für die Entwicklung des ländlichen Raums einzutreten.

Foto: LPV-Vorstand überreicht Präsentkorb (V.l.n.r.: Jürgen Windgasse (LPV-Geschäftsführer), Klaus Gerhard (aus dem
Vorstand ausscheidender Landwirt), Helmut Schumann (LPV-Vorsitzender), Herbert Enders, Michael Voll (Stellv. Vorsitzender, Naturschutzverbände)


Landschaftspflegeverband unterstützt Gemeinde Waldems beim Heckenschnitt
Fortbildung für kommunale Mitarbeiter


Bad Schwalbach / Waldems 11. Oktober 2006
HeckenschnittkursDer Pflege der Hecken in der Landschaft kommt neben der Notwendigkeit, Wege und landwirtschaftliche Nutzflächen freizuhalten auch eine hohe landschaftsästhetische und ökologische Bedeutung zu.
Um seine Mitgliedskommunen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, bot der Landschaftspflege-verband Rheingau-Taunus e.V. (LPV) eine Fortbildung für die mit der Heckenpflege betrauten kommunalen Mitarbeiter an. Nachdem bereits die Stadt Taunusstein diesen Service in Anspruch genommen hat, führte der LPV am Mittwoch, den 11. Oktober, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Waldems auch dort eine Schulung durch. Nach einem theoretischen Einstieg in das Thema folgte die praktische Anwendung in verschiedenen Ortsteilen von Waldems.
Nach den gesetzlichen Vorgaben ist ein Gehölzschnitt vom 1. September bis 15. März des Jahres außerhalb der Brutzeit der Vögel zulässig. Neben dem häufig praktizierten seitlichen Begrenzungsschnitt, gibt es alternative Möglichkeiten, Hecken effektiv und attraktiv für Mensch und Natur zu pflegen. Insbesondere gilt es, positive Wirkungen der Hecken als Wind- und Erosionsschutz sowie Nahrungs- und Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten zu erhalten.
Inhalt der Fortbildungsmaßnahme war neben dem Vorstellen der unterschiedlichen Heckentypen u.a. das fachgerechte „Auf-den-Stock-setzen“ , bei dem die Hecke in ausgewählten Abschnitten durch kräftigen Rückschnitt verjüngt wird. Ebenso wurde auf die Pflege von Einzelbäumen in der Hecke, den sogenannten „Überhältern“, eingegangen. Prinzipiell gilt es, die Hecke durch Förderung einer vielgestaltigen Strauchschicht „unten dicht und oben licht“ und damit vital zu erhalten.
Die Gemeinde Waldems will künftig die neuen Methoden mit fachlicher Unterstützung durch den LPV modellhaft in ausgewählten Bereichen von Waldems einsetzen.

Auf den richtigen Schnitt kommt es an
Landschaftspflegeverband schult Obstbaumfreunde in Limbach

Bad Schwalbach / Hünstetten 04.März 2006
Für mehr als 20 Teilnehmer waren die Schneemassen am 4. März kein Hinderungsgrund, um sich zum Obstbaumschnittkurs des Landschaftspflegeverbandes Rheingau-Taunus e.V. (LPV) einzufinden. Sonja Kraft vom LPV und die Diplom-Ingenieurin Antje Zillich vom Naturschutzzentrum Hessen hatten in die LPV-Mitgliedskommune Hünstetten in den Ortsteil Limbach eingeladen.

Die Teilnehmer des Schnittkurses in LimbachZu Beginn der Schulung stand die ökologische Bedeutung der Streuobstwiese im Vordergrund. Streuobstwiesen sind unverzichtbar als Lebensstätte für eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren wie z.B. dem bedrohten Steinkauz. Gleichzeitig bieten sie dem Erholungssuchenden ein landschaftsästhetisches Erlebnis. Seit den 1960er Jahren sind u.a. durch Siedlungsdruck mehr als 70% aller hessischen Streuobstbestände verschwunden. Die Restbestände gilt es zu erhalten und sinnvoll mit Neupflanzungen zu ergänzen. Dabei erhielten die Kursteilnehmer die Empfehlung, auf die reichhaltige Auswahl an alten robusten Obstsorten in Fachbaumschulen zurückzugreifen, statt sich mit den wenigen Marktsorten zufrieden zu geben.Der Schnitt alter Obstbäume steigert Fruchtbarkeit und Stabilität.

Als lebensverlängernde und der Baumgesundheit dienende Maßnahme ist das Erlernen des fachgerechten Schnittes für jeden Obstbaumfreund Pflicht. Dabei sind die Prinzipien der Schnitttechnik sowohl im Hausgarten als auch in der Landschaft anwendbar. Die Teilnehmer erfuhren, dass vor allem die am häufigsten gepflanzten Äpfel und Birnen als Kernobstarten auf eine gute Belichtung der Krone angewiesen sind, um sonnenbeschienene Qualitätsfrüchte mit einer ausreichenden Größe auszubilden. Aber auch, um „Schlitzäste“ zu verhindern und eine ausgewogene Statik des Kronengerüstes zu erhalten, ist der regelmäßige Erziehungsschnitt neu gepflanzter Bäume zwingend notwendig. Bei vernachlässigen Altbäumen hingegen hilft nur ein sogenannter revitalisierender „Verjüngungsschnitt“.

Nach der theoretischen Einführung ging es am Nachmittag zu den Bäumen. Dort konnten die Teilnehmer selbst Hand anlegen und unter fachlicher Anleitung das frisch Gelernte direkt in die Praxis umsetzen. Das Entfernen von „Konkurrenzästen“, Reduzieren von „überbauten Kronen“ und das Praktizieren des fachgerechten „Fangschnittes“ bereitet den Teilnehmern nun keine Schwierigkeit mehr und kann bei Bedarf in der kursbegleitenden Informationsschrift nachgelesen werden.

nach oben